Waffenbesitzkarte

Wie bekomme ich eine Waffenbesitzkarte?

(Siehe auch: Erweiterung der Waffenbesitzkarte)

Prinzipiell ist jedem verlässlichen EWR-Bürger, ab 21 Jahren, eine Waffenbesitzkarte auszustellen. Allerdings machen es die Behörden nicht gerade leicht, das begehrte Dokument zu bekommen. Um den Behördengang jedoch dennoch erfolgreich abschließen zu können, folgen hier einige Tipps und Anregungen.

Waffenbesitzkarte im Scheckkartenformat

Seit einiger Zeit werden die Waffenbesitzkarten im Scheckkartenformat ausgegeben.

 

  • Bereiten Sie alle Dokumente fein säuberlich vor. Aufgrund von fehlender Vorbereitung vom Sachbearbeiter nach Hause geschickt werden, ist das Letzte was passieren sollte.
  • Bleiben Sie stets sachlich, aber bestimmt. Lassen Sie etwaige Sprüche oder Verunsicherungsversuche an sich abprallen. Es ist Ihr Recht, eine Waffenbesitzkarte ausgestellt zu bekommen. Allerdings sollten Sie auch keine Paragraphen vorbeten. Der Bearbeiter kennt den Gesetzestext vermutlich.
  • Geduld. Die wohl wichtigste Tugend, wenn es um Behörden und Waffen geht. Die Behörde hat sechs Monate Zeit, zur Bearbeitung des Antrags. Und die nimmt sie sich leider auch immer wieder.

 

Vorbereitung

Bevor Sie allerdings zur Behörde gehen können, müssen Sie sich ein psychologisches

Gutachten und einen Nachweis des sachgemäßen Umganges mit Schusswaffen besorgen. Das Gutachten bekommen Sie bei einem befähigten Psychologen. Ich möchte keine Empfehlungen abgeben, rate allerdings von Vereinigungen oder Gemeinschaften ab. Dieses Gutachten kostet rund 285 Euro. Den Nachweis über den sachgemäßen Umgang mit Schusswaffen können Sie bei einem Waffenhändler erwerben. Hier wird er Waffenführerschein genannt. Diese Kurse werden um etwa 40-80 Euro angeboten. Hier am besten bei einem Waffenhändler in der Umgebung nachfragen. Wahrscheinlich kennt dieser auch einen geeigneten Psychologen in Ihrer Umgebung. Jäger und Berufswaffenträger benötigen den Nachweis nicht (siehe Dokumentenliste).

 

Welche Dokumente sollte ich mitbringen?

  • Reisepass oder Personalausweis
  • Lichtbild (muss kein EU-Passbild sein)
  • Staatsbürgerschaftsnachweis
  • Psychologisches Gutachten gemäß WaffV (BGBl 164/1997) im Original, nicht älter als sechs Monate
  • Bestätigung über den Nachweis des sachgemäßen Umgangs mit Schusswaffen, nicht älter als sechs Monate („Waffenführerschein“, aktuelle Jagdkarte oder Kopie des gültigen Dienstausweises (Polizei, Zoll- oder Justizwache) – Bestätigung gem. § 5/2/2 WaffGDVO für Berufs- und Milizsoldaten)
  • Nachweis des abgeleisteten Präsenzdienstes oder Untauglichkeitserklärung (kann bei Bedarf bei der Ergänzungsabteilung des Bundesheeres des jeweiligen Bundeslandesangefordert werden)

 

Außerdem zu empfehlen:

  • Geburtsurkunde
  • Heiratsurkunde (wenn Familienname anders als auf Geburtsurkunde)
  • Meldezettel
  • Nachweis über etwaige akademische Grade

 

Diese Liste geht über die gesetzliche Vorgabe hinaus, allerdings zeigt die Erfahrung, dass Sachbearbeiter teils übereifrig sind, wenn es um die Ausstellung von Waffenbesitzkarten geht.

Wenn Sie nach einer Rechtfertigung gefragt werden, sollten Sie „Selbstschutz“ nennen. Die gesetzliche Grundlage hierzu ist § 22 Abs 1 WaffG. Beantragen Sie unbedingt zwei Plätze, denn diese stehen Ihnen diskussionslos zu (§ 23 Abs 2 WaffG). Rechtfertigungen wie Sammeln oder Sportschießen sind zwar lobenswert, haben aber leider keine gesetzliche Grundlage.

Nachdem Sie Ihren Antrag eingereicht haben, heißt es nun warten. Einige Behörden schicken Ihnen bereits nach Antragseingang eine Überprüfung der Verwahrung nach Hause. Da Sie ja noch keine Waffen der Kategorie B besitzen können, ist diese nicht nur Verschwendung von Steuergeld, sondern auch absolut sinnfrei. Den Beamten können Sie getrost die Sachlage erklären und sie anschließend wegschicken.